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Zugegeben, es ist immer schwer auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, auch wenn man quasi von einem Venue in 3 Schritten ins andere hinein fällt. So wie das eben diesmal der Fall ist, wo ich für zwei verschiedene Zeitschriften knipse, die eine auf Classic- und Bluesrock spezialisiert, die andere auf das krasse Gegenteil, nämlich Heavy Metal. Aber als Fotograf nimmt man nun mal mit was nur geht. Der einzige Nachteil dabei ist, dass eines der beiden Events etwas auf der Strecke bleibt in Sachen intensivem Konzertgenuss. Und das sind in diesem Fall die drei Herrschaften hier, die mit ihrem Brachialmetal die Backstage Halle in ihren Wellblech-Wänden erzittern lassen und das eigene Trommelfell zum nahendem Hörsturztango bittet. 

Fakt ist, dass ich die meiste Zeit nebenan im Backstage Werk verbringe, um mir die Genialität eines Herrn
Donavon Frankenreiter rein zu ziehen und nur sporadisch rüber springe in die Halle, um dort die Prügelknaben auf meiner digitalen Speicherkarte festzuhalten. Deshalb kann ich hier mit keiner ausführlichen Review dienen, aber Euch zumindest mit ein paar visuellen Impressionen dienen, sowie eine kurze Beschreibung.


Krakow nennt sich das Opener Outfit, kommt aus Norwegen wo die Band 2005 von Frode Kilvik (Bass, Vocals), René Misje (Guitars, Vocals) und
Kjartan Grønhaug (Guitars), gegründet wurde. Christopher Swahn Zibell (Drums) kam dann noch dazu. Eine EP namens “Dusty Roads" ist das bisherige Fazit. Und nach dieser Konzertreise mit Enslaved, geht es im Februar wieder ins Studio, um ein komplettes Studioalbum einzuspielen. Viel mehr kann ich zum ersten Kapitel hier nicht sagen. Aber für alle, die es interessiert, gibts hier noch die official Web - My Space Seite für weitere Infos zu diesem Outfit.
http://www.myspace.com/krakowband 




Der zweite Act namens Audrey Horne ist der Einzige, der mir ein wenig länger vergönnt ist, bevor ich erneut die Fronten wechsle in die Halle gegenüber. 
Ihren kuriosen Namen hat die, ebenfalls norwegische, Band der David Lynch Filmserie 'Twin Peaks' entnommen. Seit 2002 sind eine EP und 2 Alben erschienen. Der Fokus dieses Vierers ist definitiv Sänger Toschie, dessen Look eher an den eines braven Bankbeamten erinner
t, wären da nicht die deutlich sichtbaren Hautgemälde, die sogar einen Kandinsky vor Neid erblassen lassen würden, wäre dieser noch unter den Lebenden. Ist er aber nicht, und unser Toschie hier sprüht nur so vor lauter Energie. 

Nebenbei bemerkt, ist er selbst neben seinem Musiker Dasein auch eben ein Tattoo-Künstler und Maler. Gitarrist Ice Dale oder auch Arve Isdal hält es eher nach dem  Motto: es bleibt ja alles in der Familie und zupft hier nicht nur für Audrey Horne die Saiten, sondern auch für den Headliner Enslaved. Alle Achtung, der gute Mann hat in der Tat Pfeffer im Allerwertesten und zeigt im Verlaufe des Abends absolut Null Ermüdungserscheinungen. 
Ich muss gestehen, Audrey Hornes Musik dringt noch am ehesten in  meine Stammhirnzellen und bleibt dort hängen. Wahrscheinlich weil sie noch die ,am klarsten erkennbare, Struktur mit Melodienansätzen erkennen lässt. Und vielleicht ist es auch etwas der Unterhaltungsfaktor, den uns vor allem Toschie hier bietet. 

http://www.audreyhornemusic.com/   und http://www.myspace.com/audreyhornemusic

  

Und noch einmal hin und her gezwitschert zwischen Werk und Halle, um auch den letzten Vertreter dieser lieblichen Melodien im Thrashmetal Reigen zu knipsen. Man zeigt sich jedenfalls in diesem Band Paket solidarisch in Sachen Nationalität, und die norwegische Invasion hier ist komplett. Wie schon vorhin erwähnt, es bleibt alles in der Familie. 
Apropo, wird sich manch einer bereits fragen,
wieviele Verfechter dieser Stilistik haben sich hier wohl eingefunden? Nun, die Ziffer ist zweistellig und bescheiden mit schätzungsweise ca. 50 Besuchern, im Gegensatz zum größeren Kabinett gegenüber, wo man locker noch eine 0 dran hängen kann. Nun als Konkurrenz kann man die beiden Konzerte ohnehin nicht bezeichnen. Denn musikalisch haben sie soviel gemeinsam wie die Kastlruther Spatzn mit AC/DC. 
Anyway, Enslaved sind die Methusalems in dem Dreier hier, so sind sie doch schon seit sage und schreibe 1991 unterwegs, um mit ihrer Black Metal Variante die Szene oben im Norden anzuführen. 

Für das Album Ruun haben sie 2006 sogar schon einen norwegischen Grammy eingeheimst. Im Gegensatz zu anderen Black Metal Vertretern, frönen sie aber nicht der Satanismus Thematik, sondern eher der Sagen und Mythen ihres Landes, inklusive Odin und Asen. Und deshalb werden Enslaved auch als die Begründer des sogenannten Viking Metals bezeichnet. 
Im Augenblick gilt es jedenfalls das neue Werk 'Vertebrae' zu promoten.
Das zur allgemeinen Info. Aber abgesehen davon, kann ich nicht mehr viel dazu sagen, denn nach einigen visuellen Impressionen bin ich auch schon wieder zur Tür draußen, um noch ein letztes Mal die Fronten zu wechseln. Der Link dazu, wie bereits oben -
hier.

Weitere Infos zu Enslaved unter: http://www.enslaved.no/  und  http://www.myspace.com/enslaved


Live in München

und hier noch was zum Wikinger - Chill Out